Endspurt

Nur noch drei Wochen, es ist nicht zu fassen. Gerade sind die Winterferien vorüber. Vier Wochen hatten wir frei. Und jetzt stehen uns nur noch drei Wochen bevor.

Vor den Ferien hatte Anitas und meine Musical AG ihren Auftritt vor den Kindern der Nachmittagsbetreuung (180 Kinder). Die Proben haben sich gelohnt! Unsere acht kleinen Schauspieler (6 – 8 Jahre alt) hatten riesen Spaß, auch wenn sie die eine oder andere Textstelle verdreht haben, oder zwischenzeitig vergessen haben, dass sie auf der Bühne stehen unglaublich süß! Das Musical, “König der Löwen”, das ich aus dem Film zusammengeschrieben habe, ging etwa eine Stunde und war ein schöner Abschluss in die Ferien. Die Kinder gingen stolz in ihren Kostümen nach Hause. Das Facepainting hatten sie schon auf der Bühne vor Aufregung halb abgekratzt, halb abgeleckt. Was für eine Show! Sie bekamen einen riesen Applaus! Wir waren alle mächtig stolz!

Die Ferien waren unglaublich, bis zum Rand voll mit Erlebnissen. Mit 
meinen Mitfreiwilligen habe ich eine Camping Tour von Kapstadt über Nambia, Botswana und Zimbabwe zu den Victoria Falls gemacht. Dabei waren die Highlights: Der Orange River, der Fish River Canyon, der Namib-
Naukluft National Park, Sossusvlei, Deadvlei, Swakopmund, Spitzkoppe, der Etosha National Park, Windhoek, das Okavango Delta, der Chobe National Park und die Victoria Falls. Was für eine Reise!! Wir sahen alles, Meer, Flüsse, einen der größten Wasserfälle der Welt und Seen, bis zu ausgetrockneten Canyons, Wüsten, ewige leere Weiten und Savanenlandschaften! Tiere ohne Ende: Elefanten, Zebras, Giraffen, Affen, Hippos, Krokodile, bunte Vögel, unendlich viele Antilopenarten, Warzenschweine, Jackals, Hyänen, Löwen und und und! Wir fuhren jeden Tag wo anders hin und campten nie an einem Ort zweimal. Wir mussten uns an “bush toilettes”, kalte Duschen und kalte Nächte gewöhnen. Manchmal hatten wir tagelang kein Netz und sahen keine anderen Menschen, nur unberührte, wunderschöne Natur! Es war ein unglaubliches Abenteuer! Afrika ist wunderschön!

Jetzt stehen noch drei Wochen Arbeit an, bevor ich mich von der Schule, von meinen Kolleginnen und Kollegen, von den Schülerinnen und Schülern, von meinen Freundinnen und Freunden und von Kapstadt verabschieden muss. Das wird nicht einfach, auch wenn ich mich wieder auf Zuhause und das Studium freue. Am 11. August fliege ich zurück. Zum Wintersemester werde ich mit dem Studium beginnen.

Die Zeit hier hat mein Leben verändert und bereichert. Besonders meine Liebe zur Arbeit mit Kindern und zum Helfen anderer ist hier aufgeblüht. Ich möchte mich auch in Deutschland weiterhin freiwillig engagieren. Ich empfehle jedem einen Freiwilligendienst zu absolvieren.

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HALBZEIT!

Heute bin ich genau 6 Monate in Kapstadt! Am 11. August 2014 bin ich hier mit einem Kopf voller Erwartungen, Befürchtungen, Vorfreude und Spannung angekommen und jetzt ist schon die Hälfte rum und ich kann es kaum glauben, wie die Zeit verfliegt. Ich habe in der Zeit hier so viel erlebt und gelernt. Ich habe Südafrika ins Herz geschlossen.

Heute sind meine Eltern zurück nach Deutschland geflogen. Es war so schön sie für eine Weile hier zu haben, sie werden mir fehlen. Auch mein vertrautes Heimatstädtchen Bad Hersfeld und das kleine Blaubeuren, wo ich zur Schule ging, fehlen mir. Ich denke oft an den Bäckerduft am Morgen, Schnee, Eisdielen, Brezeln, kleine, verwinkelte Straßen, Familie und Freunde. All diese Dinge haben einen besonderen Platz in meinem Herzen, der immer wieder ein wenig drückt. Aber ich weiß, dass die restliche Zeit hier unglaublich schnell umgehen wird und dass ich jeden Tag hier – sowohl an der Abreit, als auch in meiner Freizeit – noch genießen und nutzen werde. Dieses Jahr ist wirklich ein besonderes Erlebnis, dass mich sicherlich mein Leben lang prägen wird. Der Abschied wird sicher sehr schwer fallen. An dieser Stelle: Vielen lieben Dank an alle, die mir die Zeit hier möglich machen und mich unterstützen!

Zwischenseminar in Pietermaritzburg

SuedafrikaZum FSJ gehören immer Seminare dazu: Zwei Vorbereitungsseminare in Deutschland, ein Zwischenseminar im Gastland und ein Rückreiseseminar wieder in Deutschland.

Vom 23.01 bis 29.01 war ich nun auf meinem Zwischenseminar in Pietermaritzburg, Kwazulu-Natal, Südafrika. Ich bin mit dem Bus ein Tag vorher gestartet, die Fahrt mit dem Bus braucht 24 Stunden. Ich habe die Hinreise als eine Chance gesehen einmal quer durch Südafrika zu reisen. Ich saß im Bus im oberen Stock, ganz vorne am großen Fenster, hatte also eine tolle Aussicht. Der Bus fuhr durch verschiedenste und gegensätzliche Landschaften: von Flachland bis Berge, von Städte bis menschenlose Weiten und von Mercedes bis Eselkutsche (siehe Fotos unten). Die 24 Stunden gingen unglaublich schnell rum und plötzlich war ich schon in Pietermaritzburg, die Hauptstadt der südafrikanischen Provinz KwaZulu-Natal. Eine sehr grüne Gegend im Gegensatz zu Kapstadt.

Eines der Hauptthemen unseres Seminars, war die Frage, ob ein Freiwilligdienst an sich sinnvoll ist oder nicht. Es fielen die Begriffe: Freiwilligentourismus, Auslandserfahrung, Welterkundung, Trend, Selbstsuche/-hilfe, Neokolonialismus, persönliche Horizonterweiterung… aber auch: interkulturelles Verständnis, von-/miteinander lernen, sinnvolles Nutzen von gegenseitigen Kenntnissen besonders in den Bereichen Sprache und IT, gegenseitige Vorurteile überwinden… Es ist sehr wichtig „Freiwilligendienst“ nicht zu verallgemeinern. Kein Freiwilligendienst gleicht dem anderen und die Freiwilligen selbst erst recht nicht. Jeder geht mit anderen Interessen, Zielen und Erwartungen in seinen Freiwilligendienst und erzielt so auch ganz verschiedene Ergebnisse. Ob diese negativ oder positiv zu beleuchten sind, muss also für jeden Einzelnen selbst geklärt werden. Ein Freiwilligendienst kann meiner Meinung nach nur dann im allgemeinen als „schlecht“ bezeichnet werden, wenn die Absichten des Einzelen von egoistischen, überheblichen, rassistischen Zügen geprägt sind, oder die Arbeit, die in den Freiwilligen selbst gesteckt wird, größer ist, als dessen Outcome. Solange also die Ziele des Freiwilligen auf das Auflösen interkultureller Barrieren und das Zugutekommen des Projekts basieren und beitragen, halte ich einen Freiwilligendienst für sinnvoll. Es ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen, und solange dies im Gleichgewicht steht, sehe ich Freiwilligendienste und so auch meinen Freiwilligendienst als sinnvoll und gut: Ich nutze meinem Projekt und mein Projekt nutz auch mir in Bezug auf Erfahrung, Weltoffenheit und Verständnis.

Nach dem Seminar habe ich übers Wochenende einen Freund in Durban besucht. Durban ist mit über 3,4 Millionen Einwohnern nach Johannesburg und Kapstadt die drittgrößte Stadt Südafrikas. Wir waren am Strand, in der verwinkelten Stadt und in einem Wasserrutschenpark „uShaka“. Obwohl Durban kleiner ist als Kapstadt, wirkte es auf mich mit seinen vielen Hochhäusern und starken Verkehr viel größer und großstädtischer.

Es war eine schöne, vollgepackte Woche.

Sonnige Weihnachten

Seit letzter Woche habe ich Sommerferien. Die Temperaturen steigen. Dabei in Weihnachtsstimmung zu kommen, ist nicht ganz einfach, aber das macht mir nichts aus. Kapstadt ist im Sommer einfach noch schöner. Obwohl ich merke, dass mir um diese Zeit meine Familie doch fehlt, geht es mir gut. Meine Eltern werden mich demnächst im Januar hier besuchen kommen, darauf freue ich mich!

Ich erlebe jetzt in den Ferien ganz viel, mache viele Ausflüge und genieße es, mal Freizeit zu haben. Die Arbeit in der Schule wurde gegen Ende des Jahres immer mehr, die letzten Tests mussten korrigiert werden und das Jahr 2015 musste vorbereitet werden. Mit der abschließenden Weihnachtsfeier der Kollegenschaft, war ich froh endlich Ferien zu haben.

In der ersten Ferienwoche habe ich bis jetzt den Botanischen Garten in Kirstenbosch besucht, an der Weintour in Constantia teilgenommen, die Seerobben in Hout Bay beobachtet, auf dem Signal Hill gepicknickt, mich am Strand in Camps Bay gesonnt, den Ratanga Theme Park besucht und ein Open Air Kino bei Clifton Beach genossen. Es gibt so viel zu tun in Kapstadt.

Weihnachten werde ich dieses Jahr zum ersten Mal ohne Familie feiern. Auch meine Schwester, die ja hier mit ihrer Familie lebt, wird an Weihnachten in Deutschland sein. Ich bin seit ein paar Wochen im Chor der deutschen evangelischen St. Martini Kirche Kapstadt und werde an Heiligabend mit dem Chor in der Kirche singen. Ich denke, die deutschen Weihnachtslieder werden mir doch ein heimatliches Gefühl geben, und es werden schöne Feiertage werden.

Auf diesem Wege wünsche ich allen Frohe Weihnachten, alles Gute für das Neue Jahr 2015 und schöne, erholsame Ferien. Sonnige Grüße aus Kapstadt.

Sommer ohne Sorgen?

Ja, ich gebe zu, mein letzter Beitrag liegt schon zu lange zurück, es wird Zeit, dass ich mal wieder berichte… Mir geht es nach wie vor sehr gut hier in Kapstadt. Am Montag sind wir in eine neue Wohnung umgezogen. Diese ist auch auf dem Schulgelände, also hat sich die Lage nicht verändert, nur die Räumlichkeiten – jetzt hat jeder ein Einzelzimmer, was natürlich sehr schön ist.

Ich habe immer noch Spaß an der Arbeit mit den Kindern an der DSK und wundere mich jeden Tag erneut, wie schnell die Stunden hier verfliegen. Ich habe die Kinder richtig ins Herz geschlossen und habe das Gefühl, dass auch sie mich mögen.

Ein Mal im Monat ungefähr gehe ich nach Masiphumelele in das Waisenhaus, von dem ich in einem meiner letzten Posts berichtet habe. Beim letzten Mal haben wir Teller verziert, die die Kinder ihren Lehrern mit Plätzchen zu Weihnachten schenken wollen. Das hat eine Menge Spaß gemacht. Es ist ein so schönes Gefühl, wenn man am Waisenhaus ankommt, und die Kinder einen mit einem Grinsen und großer Umarmung begrüßen. Die Kinder scheinen glücklich zu sein, an Liebe fehlt es nicht, die ehrenamtlichen Mitarbeiter, geben sich viel Mühe, doch es fehlt an Geld. Wie ich schon beim letzten Mal berichtete, ist das Waisenhaus von Spenden abhängig, viel Unterstützung vom Staat gibt es in den Townships nicht (Wer gerne für das Waisenhaus spenden möchte: Spenden). Bei unserem monatlichen Besuch bringen wir alle Materialien mit, die für das Freizeitangebot benötigt werden. Dass dies keinen existenziellen Unterschied macht für das Leben der Kinder ist klar, aber sie haben Spaß, mal aus dem Alltag raus zukommen und ein Paar neue Sachen auszuprobieren. Es kommen jedes Mal auch Lehrer mit, die mit den älteren Kindern verschiedenste Experimente – wie z.B. Stromkreise bauen – machen.

Immer bewusster und klarer wird mir hier, was ich für ein Glück habe. Ich habe eine schöne Wohnung, genug zu essen und zu trinken, eine liebevolle, unterstützende Familie und bin gesund. Es könnte ein Sommer ohne Sorgen werden..

Während meiner Schulzeit habe ich eine Seminararbeit zum Thema „Auf der Suche nach einer Definition von Glück“ geschrieben. Besonders jetzt wird mir klar, was meine damaligen Worte bedeuten: „Glück hat auf die Dauer nur der Tüchtige“, Originalfassung von Helmuth Graf von Moltke. Man muss für sein Glück also „tüchtig“ sein. Man kann sein Glück aktiv beeinflussen, „Jeder ist seines Glückes Schmied“, Originalfassung von Appius Claudius Caecus. Glück kommt nicht ganz von alleine, sondern muss in diesem Sinne „erkämpft“ werden. Man muss: „sein Glück suchen“, Volksmund. Was meiner Meinung nach einen ungerechten Rückschluss, vom Glück auf die Tüchtigkeit zulässt. Ist der, der wenig Glück hat, also nicht tüchtig? Der, der Unglück hat, gar faul?? Johannes Calvin (1509 – 1564), ein Schweizer Reformator, vertrat die Meinung: Wohlstand und Glück seien Zeichen der Gottgefälligkeit. Damit leistet er diesem gefährlichen Missverständnis Vorschub. Die Reichen könnten und haben diese Theologie als Rechtfertigung ihres Reichtums und das Elend der Armen missbraucht. Nicht jeder Mensch hat die Chance, oder besser gesagt, den Luxus, sein Glück selber zu schmieden. Dass ich genug habe, verdanke ich nicht meinem Fleiß, sondern der Lebenslage, in die ich hineingeboren wurde. Ich habe Glück gehabt, das hat nicht jeder. Weiterlesen

Langes Wochenende

War schön mal ein paar Tage frei zu haben, um die Gegend zu erkunden! Von Mittwoch bis Sonntag hatten wir frei. Seit Montag müssen wir – in den Schulferien hier – wieder arbeiten. „Ferienprogramm“, für die Kinder, dessen Eltern arbeiten müssen. Von 7.45 Uhr bis 15.45 Uhr.route

In unseren kleinen „Ferien“ habe wir sehr viel erlebt. Waren beim Cape Point, beim Kap der Guten Hoffnung, in Hermanus, Betty’s Bay und Simons Town. Haben Wale, Pinguine, Stauße, Schildkröten, Affen, Elenantilopen gesehen. Und wir waren Sand-boarding! Umso länger ich hier bin, umso besser gefällts mir. Ich merke schon, dass der Abschied in einem Jahr sicher nicht einfach sein wird…

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Waisenhaus in Masiphumelele

Im Township Masiphumelele (das ist isiXhosa und bedeutet: „We will succeed“) wurde im Jahr 2002 ein Waisenhaus „HOKISA“ errichtet, welches sich um Kinder kümmert, die ihre Eltern durch AIDS verloren haben. Momentan leben dort etwa 20 Kinder im Alter von 5 Monaten bis 19 Jahren. Dieses Waisenhaus habe ich heute mit Anita (meiner Mitfreiwilligen), einer Praktikantin und zwei Lehrern der DSK besucht, um mit den Kindern dort – wie ich schon in meinem letzten Post erwähnte – ein bisschen Freizeitprogramm zu machen. Meine Idee mit den Tieren aus Wolle ist sehr gut angekommen (auf dem Foto unten sind ein paar zu sehen)! Es hat riesig Spaß gemacht und die Kinder haben sich total gefreut und ich mich doppelt mit ihnen!

Mal in ein Township zu fahren war natürlich ein Erlebnis für sich. Es waren viele, viele Menschen – vor allem auffällig viele Kinder – auf den Straßen, die meisten Häuser waren entweder Container oder aus Wellblech gemacht. Nur einzelne Häuser – wie das Waisenhaus – sind relativ neu. Mir wurde erzählt: Die Schulen sind überfüllt, es gibt keine Polizeistation und die Tagesklinik ist unterbesetzt. Es wird geschätzt, dass 30-40% der Gemeinde mit HIV infiziert ist. Ein großes Problem in den Townships ist Feuer. Fängt irgendwo ein Brand an, ist es schwer ihn unter Kontrolle zu bekommen. Die Straßen sind eng und die Feuerwehr kommt selten zu den betreffenden Stellen. So werden viele Obdachlos.

Zum Glück gibt es Einzelne, die sich einsetzen und versuchen an der Situation etwas zu ändern. So wurde auch das Waisenhaus durch Spenden gebaut. Die Angestellten sind fast alle Einwohner des Townships, die sich dort größtenteils ehrenamtlich engagieren.

Die Stimmung im Township erschien mir sehr gut zu sein. Es lief laute Musik auf der Straße und viele tanzten. Ich weiß nicht was der Anlass war, aber irgendwas wurde gefeiert – vielleicht die Einweihung von einem neuen Gebäude..?

Es ist unglaublich mal einen solchen Stadtteil zu sehen. Diese Eindrücke werde ich so schnell nicht vergessen.

Von meinen privaten Fotos, die ich heute gemacht habe, darf ich – wegen Privatsphärenschutz – nur die teilen, auf denen keine Kinder zu sehen sind. Oben habe ich das Foto der offiziellen Internetseite des Waisenhauses geteilt.

Fünfte Arbeitswoche

Diese Woche ist verflogen, bevor ich überhaupt über das Wochenende nachdenken konnte. Ich habe das Gefühl, dass die Zeit Woche für Woche schneller vergeht. Auch wenn es manchmal anstrengend werden kann, macht mir die Arbeit richtig Spaß! Anstrengend, weil wir relativ lange Arbeitszeiten haben, manche Kinder einfach nicht tun wollen, was sie sollen, schon manchmal fast frech sind oder auch ganz im Gegenteil unglaublich anhänglich. Wenn ich auf dem Weg zur Arbeit morgens um 7.30 Uhr von mehreren Kindern gleichzeitig überfallen werde, die sich mir an den Hals hängen und gleichzeitig in alle Richtungen ziehen, und ich mich dann bemühe, das nur lustig zu finden, wird es mir manchmal schon ein bisschen zu viel, aber ja, natürlich ist es auch schön, dass die Kinder sich so freuen mich zu sehen. Ich freue mich ja auch sie zu sehen. 🙂 Auch bei der Essensausgabe am Mittag geht es oft drunter und drüber, besonders am „Pommestag“: Jeden Mittwoch gibt es für die Kinder Pommes. Der Ansturm ist riesig – wenn über 150 Kinder durcheinander wuseln und „Pommes“ jubeln – reicht das dann doch ein mal die Woche… 😉

Im StarCentre läuft es auch sehr gut! Wenn man die Kinder genauer kennt und ihre Schwächen besser versteht, kann man sehr gezielt mit ihnen arbeiten, und es ist total schön, wenn man ihnen helfen kann. Manchmal muss man lächeln, wenn die Kinder z.B. eine Leseschwäche haben und sie die Fragen, die man ihnen stellt, nicht richtig beanworten und dabei was Lustiges rauskommt. Als ich z.B. einmal einen Text über einen Opa mit einem Kind vorlas, in der der Opa erzählt, dass er Postbote werden wollte, es aber nicht wurde, weil er Angst vor Hunden hat und stattdessen Mechaniker wurde. Als ich dann fragte: „Was wollte Opa früher werden?“, kam die Antwort „Ein Hund, weil er Angst vor dem Mechaniker hatte“, konnte ich nicht anders als schmunzeln. Natürlich ist es alles andere als lustig, wenn manche Kinder große Schwierigkeiten haben, aber oft hilft es auch mit den Kindern ein bisschen mit Spaß und Lachen zu lernen, so dass sie merken, dass es nicht schlimm ist, wenn man Fehler macht – die machen wir alle.

Ich lerne immer mehr dazu und habe Spaß daran neue Aufgaben zu übernehmen. Obwohl mein Stundenplan sehr voll ist, helfe ich auch bei anderen Veranstaltungen, wie Schulkonzerten oder andere Projekten mit. Morgen z.B. werde ich mit einer kleinen Gruppe von Lehrern und anderen Freiwilligen in das Township Masiphumelele fahren, um mit den Kindern in einem Waisenhaus dort ein bisschen Freizeitprogramm zu machen. Ich habe mir überlegt, mit ihnen kleine Tiere aus Wolle zu basteln. Morgen werde ich sicher Fotos teilen können. Ich freue mich riesig auf diese Gelegenheit und werde sicher viele neue Eindrücke gewinnen, die ich so schnell nicht vergessen werde. Eine ganz andere Welt, in der man froh ist, wenn Strom und Wasser fließt, und die Kinder in die Schule gehen können. Ich bin gespannt, was mich erwartet.